Es gibt keine ereignisse
Nur gedanken
Und das heftig klopfende herz
Das herz
Das so beschwerlich lernt
Wo es lieben soll und wen
Der rest ist nichts als geschwätz
 
 
 
 
 
VIELLEICHT NOCH EINEN AUGENBLICK
 
seltsam und schön
die augen sind erleichtert 
gedankenverloren
sitze ich auf dem berggipfel
schreibe gedichte für den wind
die weder anfang noch ende haben
sehe  mich im spiegel
schließe die lippen
im haus meines lebens spielen
amüsieren im weiten raum
unangepaßt
verwildert
keine bilder
keine formen
keine enge
keinen lärm
keine wertungen
kein heilig und profan 
ich will mein herz waschen
die unübertreffliche schönheit in ihm entdecken
lustvoll neu werden
tiefgründig und subtil
vollkommen im gegenwärtigen moment
mit einer immer größeren entfernung
zum sogenannten erlaubten,normalen,
sehe ich meinen weg
kann ihn fühlen
den schrei der stille
mein geist versickert
vor den toren der unendlichkeit
lege ich die geschundene hülle ab
warte bis die kalte bedürfnislosigkeit
mit ihrer tödlichen wärme  mich umgibt 
ich lebe noch
und halte es aus
 
 
 
 
PRIVAT
 
ich schließe die tür
meine gedanken
fragenden blickes
schweifen sie umher
sehe mich im spiegel
schattenflecken
dämmerstunde
meine einsamkeit in der leere
sich ameisenhaft ausbreitet
verbunden
mit aufkommenden gefühlen
von mattheit
enge
traurigkeit
unzusammenhängende bruchstücke
einer unvollendeten sinfonie
meine vergangenheit
die vorbeisegelt
meine hand
die ins leere greift
ich öffne die tür
meine gedanken
fragenden blickes
schweifen sie umher
der rest ist unwichtig
 
 
 
 

Foto von Uschi Steinhauer

 
MECHANISIERTE ZEIT
 
stillstand
zwischen trümmern
einer untergehenden welt
vergessen wir
verhängnis und schicksal
kennen wir
keinen moment des friedens
besitzen wir
nicht den geringsten glauben
funktionieren wir
weder im körper
noch im geiste
handeln wir
nicht als individuen
sondern
als mikroben
eines kranken organismus
und erfinden
die instrumente
unsere eigenen vernichtung
 
 
 
 
RAUCHZEICHEN
 
körpernahes porenmeer
vibrierende töne
wie auf glaskugeln
tanzende stecknadelformationen
fluten mein innerstes
ohne gefühl für zeit und raum
erzittert die sonne am horizont
wie im widerhall eines gewölbes
vermittelt mir die ruhe
ein see zu sein
leuchtend
schillernd
kühl wie gelee
inmitten sausender spiralen
verliert sich mein körper
im weißen raummeer flammen lichter auf
mit einem blumentopf in der hand
steige ich aus der loge
höre auf die geräusche des sumpfes
nehme eine abzweigung
um wohlpräpariert
die zeit zu umgehen
schweigsam
muß ich gestehen
ich weiß nichts
 
 
 
 
 
 
 

Tierschutz

 
Sein statt Tun
 
Wir sollten versuchen,eine neue Kultur zu schaffen,in deren Zentrum das Sein steht.
Das ist eine große Herausforderung,denn wir haben die Tendenz,in Begriffen des Tuns zu denken und nicht in Begriffen des Seins.
Wir glauben, wenn wir nichts tun,dann vergeuden wir unsere Zeit.
Das ist nicht wahr. Unsere Zeit ist zunächst für uns da,ist da für uns,damit wir sein können-was zu sein? Lebendig zu sein. Frieden zu sein. Freude zu sein,zu lieben.
Das ist, was die Welt am dringensten braucht. Wir üben uns darin zu sein.
Und wenn wir die Kunst beherrschen,friedlich zu sein,stabil zu sein,dann haben wir die Grundlage für jedes Handeln geschaffen,denn Grundlage jedes Tuns ist,zu sein.
Und die Qualität des Seins bestimmt die Qualität des Tuns.
 
 
Wir sagen oft; "Sitz nicht so herum,tu was",aber wir sollten es umgekehrt sehen:"Tu nicht einfach was,setz dich hin,sei da."
Wen wir diese Sicht kultivieren,dann können wir eine neue Dimension,eine neue Kultur des Seins schaffen.
Können so sein,dass Frieden,Verstehen und Mitgefühl möglich werden.
 
 
                                                                                                     Thich nhat hanh
 
 
 
 
 
 
 

 

 

 
 
 
 
 
In der taz  gab es ein Interview mit dem Kulturwissenschaftler Thomas Macho
Thema; PRIMATENFORSCHUNG: Sollten Tiere Menschenrechte Geniesen, Herr Macho ?
 
Auf die Frage: taz
Wie sähe die vegane neue Welt aus ?
 
Antwort: Macho
 
Die Welt muss nicht veganisch werden. Wer die Beziehungen zwischen Tieren und Menschen neu gestallten will, muss nicht automatisch zum Zwangsneurotiker konventieren, der Angst hat, einer Fliege etwas zuleide zu tun.
Das ist Quatsch, es war ja ach nie so. Die Beziehungen zwischen Menschen und Tieren wurden in so vielen Kulturen anders gestalltet als in unserer gegenwärtigen Welt, und dennoch waren diese Kulturen keinesfalls vegan.
Nur hat es in ihren Kontexen zu den Pflichten der Jäger gehört, sich bei den erlegten Tieren zu entschuldigen. Man hat die Tiere gegessen, aber in einer Haltung des Respekts und im Bewusstsein, umgekehrt auch den Tieren einmal als Nahrung zu dienen.
Die Idee das der große Metabolismus, der Austausch der Stoffe, in Verbindung steht mit der Idee der "Kette der Wesen",der Vorstellung unserer Verwandschaft mit Allen andere Lebewesen, wurde in vielen Kulturen praktiziert, und nicht nur in solchen, die wir heute als indigene Stammeskulturen beschreiben.
Diesen Austausch gab es auch in der europäischen Geschichte.
Er ist uns erst in der Neuzeit verloren gegangen.
Eigentlich geht es heute um eine Art Wiederfindung dieser Perspektive.
 
 
 
Was stimmt nicht,mit uns Menschen
 
 
 
 
Und es war taghell
 
Irgendwoher
Der ruf eines vogels
Das atmen eines versteckten rinnsals
Laute der natur
Bunt gefärbt
Wie aufgenäht
Fügen sich die formen
Zu einem ganzen
Fern allem dunst
Fast schwebend
Ohne reglos zu verharren
In der mitte angelangte neue richtung
Entwirrtes anderes
Voll aufgeräumtem tiefenlicht
Was mich bannt
Im raum ohne fenster
Gehen mir die worte aus
 
 
 
 

 

Tierschutz
 
 

 
Tag X
 
Die welt erlischt
Inmitten der "kultur"
Die ehrwürdigsten begriffe zerbröckeln
Sicher geglaubte werte
Stürzen in sich zusammen
Blindheit
Gefühllosigkeit
Fügen sich ein
In eine träge ordnung
Die zum untergang verdammt
Dunkel und launenhaft
Absurder menschenfressender wille
Feuersbrünste
Bomben
Kriege
Schall und rauch
Schutt und schund
Widerwärtiger auswurf
Verwesung
Gestank
Augenfällige sinnlosigkeit
Alles riecht
Nach elektrischem stuhl
Eine radikale umwälzung muß her
Es gilt alles neu zu beginnen
Der schrei ist ein mittel
Die wirklichkeit zu verändern
Der CASTOR
Und die dummheit
Nicht
 
 
 
 
 
 
Januar
 
Trockene kälte
Ich nehme sie wahr
Die guten
Die bösen dinge
Ich nehme mich
Gebückt
So wie ich bin
Unterm weißen himmel
Rieselt der mörtel
Klaffen die risse
Im leeren bilderrahmen
War ich noch immer
Nach dieser nacht
Die umarmung
Wie ein ausgeworfener anker
Mit einem langen blick
Dachte ich
Sichtlich erfüllt
Es gibt dinge
Und wieder stille
 
 
 
 
 
 
Der Weg ins Wunderland
 
Ich will ein Gedicht hören
In dem Gedanken
Sich ineinander verweben
Allein das Wort
Voll Energie
Authentisch
Freimütig
Mitten ins Herz
Für den Moment entworfen
Ein Stelldichein
Mit sanfter Stimme
Als menschliches Kunstwerk
Als Brechstange
Um die Tür zu öffnen
Ein wenig
 
 
 
 
 
Identifikation
 
Es ist so hell
Wenn der mond
Durch die wolken bricht
Zartsinnige milde
Voller reichtum
Voller schönheit
Voller weisheit
Ein fundament
Aller tugenden
Ich bin so klein
Ich suche den eingang
 
 
 

Foto von Uschi Steinhauer