Sein statt Tun
 
Wir sollten versuchen,eine neue Kultur zu schaffen,in deren Zentrum das Sein steht.
Das ist eine große Herausforderung,denn wir haben die Tendenz,in Begriffen des Tuns zu denken und nicht in Begriffen des Seins.
Wir glauben, wenn wir nichts tun,dann vergeuden wir unsere Zeit.
Das ist nicht wahr. Unsere Zeit ist zunächst für uns da,ist da für uns,damit wir sein können-was zu sein? Lebendig zu sein. Frieden zu sein. Freude zu sein,zu lieben.
Das ist, was die Welt am dringensten braucht. Wir üben uns darin zu sein.
Und wenn wir die Kunst beherrschen,friedlich zu sein,stabil zu sein,dann haben wir die Grundlage für jedes Handeln geschaffen,denn Grundlage jedes Tuns ist,zu sein.
Und die Qualität des Seins bestimmt die Qualität des Tuns.
 
 
Wir sagen oft; "Sitz nicht so herum,tu was",aber wir sollten es umgekehrt sehen:"Tu nicht einfach was,setz dich hin,sei da."
Wen wir diese Sicht kultivieren,dann können wir eine neue Dimension,eine neue Kultur des Seins schaffen.
Können so sein,dass Frieden,Verstehen und Mitgefühl möglich werden.
 
 
                                                                                                     Thich nhat hanh

Grausame Hundetötungen in der Ukraine / PETA

http://youtu.be/iAKSsQw3O2Q

FOUR PAWS #savekimi protest actions against Burberry

 

WENN DER MOMENT KOMMT
 
in der nacktheit des frühlichts
ich fühle mich
wie ein menschenwürmchen
auf einem hoch in die luft gebauten felsenriff
ein feuchter irgendwie blumiger erdgeruch
fern aller hetze des tages
der törichten hast des menschenlebens
und all den seltsamen merkwürdigen unaussprechlichen dingen
spricht der einsame schrei
wir sehen uns noch
vor einer unangreifbaren festen glatten mauer
einem zustand jenseits von fragen und zweifeln
ohne diesen banalen schrott
diesen lahmen verlogenen gesten
ohne vorurteile und mißtrauen
gegen selbstgefälligkeit
und doch gibt es da etwas
mein vorbestimmtes gehen müssen
einen zauber den ich nicht in worte fassen kann
und diese erfahrung
die absolut nichts verändert
verändert sie doch alles
lebe deinen traum
 
 
SCHLIEßLICH
 
gepflegt
neige ich zur stille
annäherung
ohne sie zu fassen
blendend eng
pulsierendes würgen
hinter dem denken
das kotzen
der ganzen leere
warum eigentlich nicht
den zeitsprung
ich habe nichts
außer der geschichte meiner haut
und die möglichkeit
geradewegs zu ändern
 
 
GEDANKENSPRÜNGE
 
 
es tut gut
mit tiefem innigen erstaunen
der stille zu lauschen
weg vom herdenvieh
knöpfe ich mir die augen auf
ich möchte mich besser sehen
mich bekleiden
von keiner sehnsucht
keinen ahnungen verdüstert
ohne dieses ganze getue
ohne das oberflächliche spiel
lebe ich etwas am rande
gezeichnet und durchtränkt
von der problematik des menschseins
geprägt durch all die unzähligen momente
die ich gelebt
erlitten
inmitten einer welt
von deren ziele ich so gut wie keins teile
einsamkeit ist unabhänigkeit
ist kalt
aber auch still
 
Preview
 
 

Tierschutz

 
DER HARTE BODEN
 
 
bloßes verweilen
bleibt zurück
im schwarzen sand
lodert die dämmerung
es riecht nach schweiß
und leeren worten
fliegende schatten
wie ein windton
öffnet sich die wirklichkeit
mehr als nur
ja bin ich
in höchsten augenblicken
ohne anlaß für worte
sie kommen
sie gehen
auf dem ungedachten weg
im rhytmus des ganzen
gibt es nur asche
aber nichts zu verstehen
 
KREISLAUF DER JAHRESZEITEN
 
die pracht der sterne
der scheue junge mond
das rauschen eines wildbachs in der nacht
die unschuld des morgens
der lautlose schrei des frühlings
das scharfe stechen der sonne
zarte kinderstimmen in klarer luft
der staub der liebenden
die längst in der erde liegen
der tosende
einschlafende und wiedererwachende wind
die bäume
die mit steifen armen zittern
der federleichte wolkige schleier
des jungaufbrechenden laubes
ein lebendiges reines feuer
ähnlich dem hunger
der alles in bewegung hält
voller zuneigung
geheimnisvolles aufzuspüren
in einem netz von zeitebenen
geht es weiter
diesmal ohne fesseln
am tisch der zufriedenen
     
DIE STRASSE

Gestern noch ging ich schnurstracks die Straße hinauf.
Nun bog ich ab und wusste nicht mehr wo ich war.
Häuser waren dort.
Keine Blumen.
Gestern waren hier noch Blumen.
Geträumt hab ich es nicht.
Hab ihren Duft eingeatmet, Blüte für Blüte.
Und gespürt den Blütenstaub.
Kahle Leere dort wo einstmals Leben 
Angst und Traurigkeit umgibt mich wie Spinnenweben.
Augen zu.
Augen auf.
Stetig im Wechsel.
Doch Veränderungen sind viel zu fern.
Gedanken an vergangene Tage.
Schreite den Weg entlang.
Gepflastert mit blutrotem Stein.
Gestern noch waren Blumen hier.
Chrysanthemen sah ich weiß wie Schnee am Wegesrand.
Zweifle an mir.
Ja, ich kneife mir sogar in den Arm aber nein.
Alles bleibt so.
Langsam verstehe ich.
Schleichend verzieht sich der Nebel
der mir den Blick auf die Realität  versagte.
Verlaufen habe ich mich.
So verwirrt vom ewigen hin und her.
Eingebildet hab ich mir dass ich schon klar komme.
Nein.
Allein ist es einsam.
Einsamkeit schadet in Zeiten wo die Straßen blutrote Steine tragen und die Chrysanthemen
Blüten weiß wie Schnee verlieren.
Habe mich verloren.
Suchen.
Finden.
Suchen.
Nun fängt es an zu regnen.
Tropfen groß wie Spiegelscherben.
Kalt.
Nass.
Emotionen.
Begierig auf nackter Haut.
Leben.
Gestern noch waren Blumen hier.
     

Foto von Uschi Steinhauer

IST ES NUR EIN TRAUM
 
 
alles ist erlaubt
ergiesend und vergeudend
geblendet und betäubt
dünner oberton
tiefer donner
tiefes schweigen
in der traumerfüllten stille
alles ist in der schwebe
meine inneren tumulte
eintritspreis für höhenflüge
in alle richtungen die verirrungen
ich kenne die verzweiflung
das unbegreiflich bittere geheimnis der liebe
das leben
mit seinem aufruhr
seinem leid
seiner rasserei
die erde ist zu groß
für mein kleines leben
mein verstand und meine körperkraft zu klein
für den hunger und das verlangen
nun sitze ich still am fenster
lasse die mondnacht an mir vorüberziehen
blicke auf all das
was mich hinfort nicht mehr berühren kann
meine wanderung geht zu ende
in die unbekannte zukunft hinein
ich lege mein ohr an die erde
unsagbar geheimisvoll berührt
und lausche
     

Tierschutz

 
Es ist so still
 
eine schöne klare nacht
mein blick forschend und sehnend
sich gen himmel richtet
der in seinen unermesslichen räumen
sich über mir wölbt
der schein des mondes
aus der tiefe des wassers
spiegelbild
geheimnisvolle unbekannte ziele
tief und klar
licht und finsternis
wellental der gefühle
der zeiger der uhr
dreht einsam seine runden
da bin ich wohl doch nicht alleine
die frage nach dem warum
ein anderer ort
verlagerung
und doch ist diesmal alles anders
wo du auch ankommst
es erwartet dich
weggehen ist ankommen
wir menschen sind narren
 
 
Preview
 

Foto von Uschi Steinhauer