Tierschutz
 
 
 
 
 
 
ein wenig mehr
 
mit sorgfalt ermessen
wenn die klugheit
das künftige bedenkt
im bittersüßen leben
der seifenblasen
die zerplatzen
an der nähe
die zu nahe
in abgewandelter form
gefühlvoller augenblicke
unvollendet
wiederkommt
 
 
 
 
käseglocke
 
vehement
dümmlich
die mittelmäßigkeit
im eigenen gestank
die verteidigung
kurzes augenreiben
um gleich danach
unverändert
die stinkende vertrautheit anzunehmen
 
 
 
countdown
 
damals
als sie noch war
unsere erde
ein vergifteter
krepierender organismus
wurmstichiger dotter
hinter faulender schale
einer kultur und zivilisationskloake
gezeichnet
verwüstungs & todes gmbh
 
 
 
gangart
 
den mund geschlossen
die augen geöffnet
die faltigen hände
unter den füßen
das ist alles
für den rest des weges
danach
wird nichts mehr sein
 
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unverständlich
 
wortgeklapper
über die zeit
die abstumpft
weiter stumpfer werden
in der immer gleichen fremde
das kreiselnde dahintreiben
im alleine sein
erlischt das licht
das sich nicht verdunkelt
hinter fenstern
ohne jalousien
weiter ohne ende
daß es weh tut
was kann ich schon verlieren
 
 
 
 
betrachtung
 
die umgebung
vorgetäuschter kulissen
wie beim theater
gefällig
um uns herum
gebaute dinge
zum niederreißen
sind neu zu denken
neu zu lernen
neu zu fühlen
die beschriebenen seiten
in uns
 
 
 
 
 
 
 
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völlerei
 
hierzulande
ist der mensch
was er ißt
ißt er viel
wird er dick
während andere sterben
am hunger ihres elends
 
 
 
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ein bewölkter tag
 
es wird eimal sein
in der nacht vor langer zeit
dieser moment
den ich nutze
soweit es geht
innerhalb irrwitziger häßlichkeit
sinnlicher erschlaffung
und darüber hinaus
rückzudenken
all die toten bedeutungen
zwischen denen
das tagtägliche gelebt
bevor es beginnt
weniger zu werden
das alter
und nicht mehr fragt
 
 
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jede einzelheit auf einmal
 
habe ich zuviel
oder zu wenig geträumt
in den schwarzen nächtlichen raum
und dem stück himmel
zwischen dem großen riß
zwischen der hast
dem gerenne und dem ziel
habe ich zuviel
worte schon gemacht
im laufe der zeit
am ende habe ich zuviel
was soll ich tun
mit dem tier in mir
stehe ich da
atemlos und erschrocken
über das
du mir fehlst
 
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hartnäckig
 
gefräßige krankheit
reißend wie ein gebirgsstrom
unhemmbar
weitereilend
ohne augenblick des innehaltens
verschlissen
der leib
voller narben
des unbewußten
 
 
Foto von Uschi Steinhauer
 
 
 
vollmond
 
schön und klar
am wolkenlosen himmel
kannst du mich hören
in der stille
du schaust so milde
aber auch sehr traurig
kannst du kummer verstehen
kannst du wunden heilen
mit dem balsam
deines reinen lichtes
komm und lege
deine kühlende hand
auf meine glühende stirn
 
 
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farbenlehre
 
male mich aus
abstrakt
in grellem rot
genieße mich zu binden
wie der strom meines atems
an der stelle
wo du meine nase berührst
werden wir bewußt
der fließenden farbe
eingeatmet
entstandene neue welt
langsam ganz langsam
wie durch ein nadelöhr
ausgeprägtes verlangen
nach innewerden
 
 
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mißraten wandeln
 
um mich herum
menschen
wie gierige wölfe
mit unbeherrschter sinnlosigkeit
um mich
ein haufen wahnsinniger
ohne haltung
unerträglich grotesk
wie ein gellend klang
 
 
 
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frühlingsmorgen
 
der untergehende mond
am klaren himmel
strahlend
aber ohne wärme
stimmenlärm
sanftes surren
schrille heiterkeit
vogelplenum
spielerisch
die fülle
der überschwang
daneben flüstert
ganz dicht
das leben
den schritten
ungeschriebenes
auf kühlem weg
in dieser erdenfrühe
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abweg
 
schwachmurmelnd
die dämmerung
kopflos
meine auseinanderfallenden gedanken
wie glieder einer marionette
den launen
meines denkmüden gehirns
preisgegeben
ich irre
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aufwachen
 
ich habe es erkannt
dass es möglich
wie nötig
sich zu ändern
sich zu lösen
vom sinnlosen
abstreifen
den kleister der alten schablone
den abgenutzten verbindungen entfliehen
beständig
aber entschieden
dann wird feuer erglühen
über die grenzen der meere
in ruhe
aber tief
 
 
 
 
 
spur
 
gibt es die zeit
für andere
für mich
ist sie zerbrochen
an der lüge
in tausend stücke
und körper
 
 
 
bewegung
 
schrecklich und schön
zerreißt der schleier
wenn alles vergessen
wo alles miteinander verbunden
etwas das sprachlos macht
im raum der zeit
funkelt der schnee
tanzt die innere freude
immer einen schritt voraus
gehts weiter
ums rauskommen
 
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seit jahren
 
nein
alleine bin ich nicht
einsam neben dem fühlen
flüstern die blätter
den stürzenden gedanken
meinen traum
fast unmerklich
um dessentwillen
ich unter menschen bin
ohne mich einzulassen
auf faules atmen
unter den masken
gespielter wirklichkeit
tanze ich einen moment lang
schwerelos
wie hingemalt
den reigen duftend wilder erdbeeren
zu klängen der untergehenden sonne
im einvernehmen des schweigens
 
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wenn du anders wirst
 
ich habe dich gefunden
häufe zärtlichkeit
auf deine kalten schultern
und hülle deine sinne
in weiches verstehen
das glück
eine unbeschreibliche melodie
der herzschlag
ein rhythmischer takt
das licht
schenkt einen gemeinsamen schatten
deine gedanken
streicheln meine haut
der wind haucht ein du
wir küssen den himmel
 
 
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SELBST WENN ES DAUERT
 
höre auf
dich zu beklagen
deine unzufriedenheit erzeugt mißklänge
die nichts ändern
setze dich in eine meditationshalle
lausche dem augenblick
dieser moment ist der einzige
wer den verpaßt, verpaßt das leben
 
 
reife
 
wenn die erkenntnis dessen
was falsch ist
die entwicklung
der eigenen  positiven fähigkeit
einsicht und weisheit
allmählich zunimmt
die innere ablösung
von kleinem
von brüchigem
schritt für schritt weiter geht
wenn der wandel
von wehmut in heiterkeit
der goldene schimmer
im fühlen bleibt
wird es heller
und heller
wird die blüte zur frucht
wird die stille dein herz durchdringen

                               

AUFBRUCH

es gibt diese abende
die beginnen dröhnend
unter nackter haut
voller wollust
voller hingabe
ein schlechtes vorzeichen
untergangszauber
voll romantischer sympathie
für den tod
 
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sommerfeuer
 
irgendwo
ein maulesel mit damenaugen
aus einer felsspalte
klares wasser rinnt
es zieht sich zu
das sanfte blau
beim gesang des wachsenden grases
habe ich deine telefonnummer vergessen
meine aufmersamkeit wächst
mit der stille
einer wahrnehmbaren
wie der raum
zwischen dir und mir
mein vergessen gilt
ich bin schläfrig
ich denk an dich
 
 
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morgenhelle
 
als verdichtung
in einem ewigen augenblick
menetwegen auch rauschhaft
wie aus einem nichts
nach erstem flüchtigen aufleuchten
hing der ton im raum
schwoll an
erfüllt wie der duft wirklicher frucht
in meinem herzen
nachzulauschen
den liebesgedanken
und so komme ich zurück
zu entdecken
zu finden
die wahre quelle
im weichen lichte
träumt mich der wachsende schatten
zerbrechlich wie der morgen dämmerte
 
 
 
 
SONNENUNTERGANG
 
immer auf distanz
im fühlen
spröder hoffnung
ergibt sich zuweilen
rostig richtig rostig
im geäst
des grauen alltags
der alles umfaßt
eigentlich wenig
und dann versiegt
 
 
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im jahr sieben
 
soweit entfernt von mir
voll wucherndem efeu
die riesige mauer
die mich trennt von dir
mein denken einschließt
voll gärender erinnerung
sich bewegt
mit mir
wenn ich dir zu nahe
du weinst nicht
du bist ausgetrocknet
warum lässt du sie nicht zu
meine verkrüppelten hände
auf deiner haut
 
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AUSSAAT
 
du bist mir so nahe
wie die weite meiner welt
die fremd in sich zusammenbrach
nicht ohne mangel
an innerer bürde
vieler unwichtigkeiten
gespiegelt
als das was sie sind
die erben des wirkens
im eigenem
 
 
 
       
 
       

ICH AUCH

du warst so jung
so anmutig schön
als ich dich traf
ich nahm deinen körper
um die schönheit zu besingen
die dich umgab
du warst mein
ich nahm es wohl zu ernst
 
 
 
 
 
 
 
 
TONLEITER
 
bei rasender fahrt
durchbreche ich
die schranke
bei rasender fahrt
höre ich
die unendliche leere
schreiend verhallen
doch still ist mein herz
beim aufbruch
den himmel zu stürmen

Foto von Uschi Steinhauer